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Digitalisierung Definition – Ein Klärungsversuch

Der Begriff der Digitalisierung ist aus dem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. Ob in der Medienlandschaft, der Wirtschaft oder der Politik, überall ist die Rede von „der“ Digitalisierung. Wir haben uns gefragt, gibt es die eine „Digitalisierungs-Definition“ und wenn ja wie lässt sich diese am besten beschreiben? Achtung Spoiler Alarm: Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht – sonst würde dieser weitere Beitrag zum Thema vermutlich auch keinen Mehrwert liefern. Wir möchten Ihnen im Folgenden jedoch einen Einblick in verschiedene Digitalisierungs-Definitionsansätze geben und zum Ende hin auf Chancen aber auch Risiken des digitalen Wandels eingehen.

Digitalisierung – Definition im wörtlichen Sinne

Genau genommen beschreibt die Digitalisierung einen Transformationsprozess von analogen Inhalten in eine digitale Welt, die aus Nullen und Einsen besteht. Der erste Wortteil „Digit“ wird in der Regel in der Informationstechnik genutzt und beschreibt eine Ziffer in einem elektronischen Gerät. Ursprünglich wurde der Begriff Digitalisierung durch die Umwandlung von Medien wie Textdokumenten, Bildern oder Musik in ein elektronisches Format geprägt und hat sich schnell im Sprachgebrauch etabliert. Das lag unter anderem auch daran, dass digitalisierte Medien mit ihrem Produktnamen bereits auf den Konvertierungsprozess referieren. Beispiele für solche Produkte sind unter anderem die „Digitalkamera“ oder „Digital Video Disc (DVD)“. Fotos müssen nicht mehr in einem aufwändigen Herstellungsprozess in der Dunkelkammer produziert werden und für Videos wird kein Projektor und platzraubende Videokassetten mehr benötigt, sondern die Medien können aufgrund ihrer binären Beschaffenheit von jedem Computer oder Abspielgerät direkt interpretiert und dargestellt werden. Ein weiteres bekanntes Digitalisierungsbeispiel ist das Konvertieren von Schallplatten in ein digitales Format wie MP3. Doch gerade bei der Digitalisierung von Musik ist bereits ein Wandel der Digitalisierungs-Definition erkennbar. Denn gerade in der jüngeren Generation wird beispielsweise auch von Digitalisierung gesprochen, wenn CDs auf den Computer überspielt werden. In diesem Fall greift die klassische Definition von Digitalisierung jedoch nicht, da eine CD im Gegensatz zur Schallplatte bereits einen digitalen Abdruck darstellt.

Digitalisierung – Definition aus heutiger Sicht

Die ursprüngliche Definition von Digitalisierung geht auf die Etablierung von Computern in den 90er Jahren zurück, als die Technik soweit fortgeschritten war, dass die Digitalisierung von Medien massentauglich aber auch finanziell erschwinglich wurde. Ein weiterer Meilenstein, mit dem sich auch die Definition der Digitalisierung maßgeblich gewandelt hat, war das Aufkommen des Internets, wodurch das „digitale Zeitalter“ eingeläutet wurde. Im Zentrum dabei steht die zunehmende Vernetzung von Mensch und Maschine bzw. Maschine und Maschine. Die Digitalisierungs-Definition muss in diesem Kontext insofern erweitert werden, dass sie über das Konvertierten von analog zu digital hinausgeht und in der Definition ein gesellschaftlicher sowie wirtschaftlicher mit innenbegriffen ist, der maßgeblich durch neue Technologien beeinflusst wird. Die Überwindung von zeitlichen und räumlichen Distanzen wird hierbei zu einem elementaren Bestandteil und die daraus resultierenden Chancen und Risiken haben einen hohen Anteil am derzeit geführten Diskurs über die Digitalisierung, auf die wir an späterer Stelle eingehen werden.

Die Definition von Digitalisierung umfasst daher heutzutage nicht mehr die Umwandlung von analogen zu digitalen Medien, sondern erstreckt sich zudem auf die Digitalisierung von Prozessen und sogar Handlungen. Ein wirtschaftliches Beispiel für die Digitalisierung von Prozessen wird an Customer Relationship Management (CRM) oder Enterprise-Resource-Planning (ERP) deutlich. Während früher solche Kundenbindungs- bzw. Mitarbeiter- und Warenwirtschaftsprozesse langwierig und per Hand durchgeführt wurden, gibt es heutzutage digitale Systeme, mit denen sich die Arbeit erheblich vereinfachen und optimieren lässt. Die Digitalisierung von Handlungen im privaten Bereich erstreckt sich vom online einkaufen, über online Gesellschaftsspiele spielen bis hin zu Treffen bzw. Meetings. In der folgenden Grafik wird stark vereinfacht dargestellt, welche Bereiche im privaten sowie beruflichen Leben betroffen sind.

Digitalisierung Definition im Wandel ©Makro Factory GmbH & Co. KGDigitalisierung Definition im Wandel @Makro Factory GmbH & Co. KG

Somit umfasst die Digitalisierung nicht mehr wie früher konkrete Arbeitsschritte – von analog zu digital – sondern hat Einzug in nahezu alle Lebensbereiche gefunden. Die Grenzen zwischen digital und analog verschwimmen immer mehr und häufig geschehen digitalisierte Erlebnisse bereits unbewusst. Eine Digitalisierungs-Definition ist heutzutage auch deshalb so schwierig, da in der Regel viele verschiedene Begriffe wie Cloud-Computing, Virtual Reality, KI und viele weitere darunter zusammengefasst werden. Im Zentrum einer modernen Definitionsbetrachtung des Begriffs „Digitalisierung“ muss demnach die „Vernetzung“ stehen, die einen weitreichenden Einfluss auf das digitale Leben der heutigen Gesellschaft hat.

Digitalisierung und Vernetzung

Wie eng die Definition von Digitalisierung mit dem Begriff der Vernetzung zusammenhängt, wird deutlich, wenn ein genauerer Blick auf die zwei Bereiche Privat- und Berufsleben geworfen wird. In beiden Bereichen hat die Digitalisierung einen erheblichen Einfluss auf das Zusammenleben bzw. die Arbeitsweisen.

  • Digitalisierung im Privatleben:

Im Privatleben trifft, wenn auch größtenteils unbewusst, die ursprüngliche Definition von Digitalisierung weiterhin zu. Vordergründig steht die weltweite Vernetzung im Fokus, die durch Plattformen oder Anwendungen wie Social Media, Messenger, Videotelefonie und vielen weiteren Technologien unterstützt wird. Heruntergebrochen auf das Medium sind es jedoch alles moderne, digitale Formen von analogen Medien. Echtzeitkommunikation ist die Weiterentwicklung von Briefen, Videotelefonie können Treffen ersetzen und über Social Media können soziale Netzwerke gepflegt werden.

  • Digitalisierung im Berufsleben:

Die Vorteile von Echtzeitkommunikation ohne räumliche Grenzen ist selbstverständlich auch in der Berufswelt ein wichtiger Faktor. So wandeln sich beispielsweise viele Unternehmensstrukturen, indem weniger in Abteilungen als in Projektteams gedacht wird. Je nach Anforderungen können Mitarbeiter unterschiedlicher Standorte problemlos zusammenarbeiten. Die Effektivität aber auch Innovationskraft von Unternehmen wird so deutlich gefördert. Die Digitalisierung im Berufsleben geht jedoch weit über verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten und sogenannte Collaboration Tools hinaus. Die Vernetzung von Daten ist für viele wirtschaftliche Entscheidungen inzwischen unabdingbar geworden. Über künstliche Intelligenz und Business Intelligence Tools können verschiedene Datenquellen automatisiert ausgewertet, visualisiert und in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden. Es wird sogar erwartet, dass künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren für Produktentwicklungen von größerer Bedeutung sein wird, als menschliche Innovationen. Ohne eine intelligente Verknüpfung von Daten und maschinellem Lernen, wäre das nicht möglich. Vernetzung findet in diesen Fällen zwischen verschiedenen Tools wie ERP, CRM und Analyse Tools statt. Die unterschiedlichen Datenquellen und -typen werden durch selbstlernende Algorithmen logisch zusammengeführt, um unternehmerische Fragestellungen zu beantworten. Solche Auswertungen waren aufgrund der Datenmenge vor der Digitalisierung kaum zu stemmen – zumindest stand der wirtschaftliche Vorteil in keinem angemessenen Verhältnis zum Aufwand.

Die Vernetzung im Privat- sowie Berufsleben hat das vorrangige Ziel die Kommunikation und Prozesse durch digitale Technologien zu beschleunigen und zu optimieren. Daher wird in vielen Fällen der Einsatz von Cloud Technologien, die jederzeit und von überall Zugriff auf Daten und Anwendungen bieten, als ein elementarer Bestandteil der Digitalisierung gesehen. Die alte Digitalisierung Definition wurde in den letzten Jahren insofern erweitert, dass nicht mehr nur ein Wandel von analog zu digital vonstattengeht, sondern der Einsatz von digitalen Technologien das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenleben beeinflusst.

Risiken der Digitalisierung

Bei der bisherigen Definitionsbetrachtung der Digitalisierung wurden insbesondere die Vorteile in den Vordergrund gestellt. Doch für viele Menschen hat die Digitalisierung auch eine bedrohliche Konnotation, da der Wegfall von Arbeitsplätzen befürchtet wird und ethisch kritische Fragen unzulänglich beantwortet wurden.

Der steigende Einsatz von digitalen Technologien, modernsten Analyse Tools mit künstlicher Intelligenz und der dadurch steigende Grad der Automatisierung bedeutet, dass sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren und Jahrzenten erheblich verändern wird. Insbesondere in der produzierenden Industrie wird ein enormer Wegfall von Arbeitsplätzen erwartet, da davon ausgegangen wird, dass Routineaufgaben in Zukunft von Robotern erledigt werden.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/8480/auswirkungen-der-digitalisierung-auf-den-arbeitsmarkt/

Quelle: https://de.statista.com/infografik/8480/auswirkungen-der-digitalisierung-auf-den-arbeitsmarkt/

Neben den arbeitsmarktrelevanten Risiken entstehen durch die Digitalisierung außerdem neue ethische Fragestellungen. Nehmen wir das Beispiel des digitalen Einkaufs: vor den Zeiten des Online Handels, musste man in ein Geschäft gehen und sich das gewünschte Produkt aussuchen, zur Kasse gehen und kaufen. Heutzutage geschehen diese Schritte in vielen Fällen über Online Shops. Der Ladenbesitzer hat somit keine Möglichkeit mehr zu prüfen wer sein*e Kunde*in ist. Wer haftet also, wenn Minderjährige bspw. Artikel kaufen, die ein gesetzliches Mindestalter erfordern? Ein anderes Beispiel ist der viel diskutierte digitale Nachlass. Was passiert mit den Daten eines Verstorbenen? Diese und weitere Beispiele zeigen, dass die Digitalisierung weit über technologische Veränderungen hinausgeht und inzwischen nahezu alle Lebensbereiche betrifft.

Fazit

Die Definition des Digitalisierungsbegriffs hat sich im Laufe der Zeit gewandelt und greift inzwischen in nahezu alle unsere Lebensbereiche ein. Aufgrund der gewohnten Nutzung von digitalen Medien und Technologien, wird die herkömmliche Digitalisierung jedoch in vielen Fällen nur noch unbewusst wahrgenommen. Während zu Beginn der Digitalisierungsprozess noch deutlich spürbar war, indem eine Schallplatte oder VHS zu einem digitalen Medium konvertiert wurde, werden heutzutage selbstverständlich digitalisierte Prozesse wie Online Handel, Spiele oder Meetings genutzt. Die zeitliche Komponente ist dabei der entscheidende Faktor: früher hat ein Konvertierungsprozess mehrere Minuten oder Stunden gedauert, heute wird erwartet das Medien und Produkte jederzeit und On-Demand zur Verfügung stehen.

Letzten Endes wird in einer neueren Begriffsdefinition die Vernetzung, ermöglicht durch das Internet und Cloud-Technologien, in den Vordergrund gerückt. Im privaten Bereich werden digitalisierte Kommunikationswege dafür genutzt, um jederzeit mit seinen Freunden und Verwandten vernetzt zu bleiben. In der Berufswelt dient die Digitalisierung einerseits zur Vernetzung von verschiedenen Standorten, andererseits wird die Vernetzung von Daten genutzt, um Prozesse zu digitalisieren, zu automatisieren und den Produktions- und Entwicklungsprozess zu optimieren. Die Digitalisierung birgt somit viele Chancen, um das tägliche Leben angenehmer zu gestalten und wirtschaftliche Vorteile zu bieten. Nichtsdestotrotz dürfen die Risiken wie Arbeitsplatzabbau und ethische Fragen nicht aus den Augen verloren werden, damit sich dieser derzeit positive Trend ins Negative kehrt.


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