Augmented Reality oder: Ich sehe was, was du nicht siehst

Augmented Reality oder: Ich sehe was, was du nicht siehst
Fachartikel

Augmented Reality oder: Ich sehe was, was du nicht siehst

11. Dezember 2020, gepostet von

Im Jahr 2016 wurde Augmented Reality (AR) mit dem Spiel Pokémon Go erstmals in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Überall jagten Menschen mit ihren Smartphones kleinen, computer-generierten Monstern hinterher, die nur für Sie sichtbar waren. Wir von der Makro Factory sind davon überzeugt, dass sich AR jedoch nicht nur für den Spielesektor wunderbar eignet, sondern vor allem in Bezug auf die Bereitstellung dynamischer Daten sowie in Punkto Vertraulichkeit große Mehrwerte mit sich bringt.

Im folgenden Artikel werden folgende Fragen und Aspekte näher beleuchtet:

  1. Was versteht man unter Augmented Reality (AR)?
  2. Wie funktioniert Augmented Reality?
  3. Vorteile von Augmented Reality in Bezug auf die Darstellung dynamischer oder vertraulicher Daten
  4. Augmented Reality in der Praxis – zwei Beispiele
  5. Herausforderungen

1. Was versteht man unter Augmented Reality (AR)?

Unter Augmented Reality (kurz AR) versteht man die Erweiterung von Objekten der realen Welt um zusätzliche virtuelle Informationen. Die menschliche Wahrnehmung des Betrachters wird dabei in Echtzeit mit interaktiven, digitalen Inhalten angereichert, weshalb AR auch als „erweiterte Realität“ bezeichnet wird.

2. Wie funktioniert Augmented Reality?

Da es sich bei Augmented Reality um eine computergestützte Technologie handelt, sind einige technische Voraussetzungen für die Anwendung von Nöten. Die Erweiterung der Realitätswahrnehmung wird meist mithilfe einer AR-Brille umgesetzt– teilweise kommen auch Smartphones oder Tablets als Ausgabemedium zum Einsatz. Dabei erfasst die AR-Brille bzw. das Endgerät die reale Umgebung des Betrachters mit der Kamera oder über GPS-Daten und überlagert diese mit virtuellen interaktiven Ebenen.

3. Vorteile von Augmented Reality in Bezug auf die Darstellung dynamischer oder vertraulicher Daten

Die Anwendungsfelder für Augmented Reality sind nahezu unbegrenzt. Im Folgenden werden zwei positive Aspekte, die der Einsatz von AR-Technik mit sich bringt näher beleuchtet: die Bereitstellung dynamischer Daten sowie das Thema Vertraulichkeit.

Statische Informationen vs. dynamische Inhalte

Ein Nachteil der klassischen Printmedien ist deren nachträgliche Unveränderbarkeit. Einmal gedruckte und veröffentlichte Informationen lassen sich im Nachhinein nicht mehr verändern – egal ob Werbung, Unternehmensbroschüre, Trainingsunterlage oder Reportingbericht.

Anders verhält es sich mit Dokumenten, die mithilfe von AR erweitert werden. Das zu Grunde liegende Printmedium bleibt natürlich weiterhin unveränderbar, der virtuell eingeblendete Content kann jedoch jederzeit dynamisch angepasst werden und somit aktuell gehalten werden. Bei durchdachter Aufbereitung kann das gedruckte Dokument somit theoretisch über Jahre hinweg unverändert genutzt werden. So erfüllt es den Anspruch der Nachhaltigkeit, die Druckkosten werden deutlich reduziert und umwelttechnische Einflüsse optimiert.

Vertrauliche Daten mithilfe von AR-Technik vor unbefugten Einblicken schützen

In einem Zeitalter, in dem Daten als das neue Gold bezeichnet werden, hat das Thema Datenschutz höchste Priorität. Ein Blick in die Bußgelddatenbank für DSGVO-Verstöße zeigt, dass selbst einfache Datenpannen bereits zu Bußgeldern in vier- bis fünf-stelliger Höhe führen können.

Fakt ist, wo Daten zur Verfügung stehen, werden sie auch genutzt. Um deren Einsicht auf bestimmte Personenkreise zu beschränken, werden sie beispielsweise in geschlossenen Räumen präsentiert. Digital löst man Zugriffsbeschränkungen durch Berechtigungen auf Fileservern oder nutzt Collaborationstools wie Microsoft Teams.

Doch wann immer Daten auf einem Display dargestellt werden, gilt: Informationen können grundsätzlich auch von anderen, ggf. unerwünschten Personen eingesehen werden. Ob von unbekannten Mitreisenden in der Bahn oder dem Nebensitzer im Flugzeug – selbst innerhalb des eigenen Unternehmens gibt es vertrauliche Informationen, die eben nicht für jedes Auge gedacht sind.

Gedruckte oder digital bereitgestellte Informationen werden daher im unternehmerischen Kontext auf Ihre Vertraulichkeit geprüft und beispielsweise mit dem Hinweis „Nur für den internen Gebrauch“ gekennzeichnet. Doch was hilft diese Klassifizierung, wenn in Konferenzräumen ganz selbstverständlich hochgradig wichtige Informationen via Beamer an großflächige Wände geworfen werden und der findige Wettbewerber von außen ganz bequem mitlesen kann? Gerade heute, wo Gebäude mit viel Glas als künstlerische Objekte angesehen sind, ist das Risiko aus Sicht der ISO 27001 oder ISO 9001 Norm nicht zu unterschätzen.

Es gilt daher, den Blick durch das Fenster in den Konferenzraum, auf den Beamer oder die Notebookdisplays zu verhindern. AR-Brillen könnten hier einen bedeutenden Beitrag leisten. Vertrauliche Informationen werden den gewünschten Empfängern direkt vor ihrem eigenen Auge eingespielt und können somit von niemand anderem im Umfeld eingesehen werden.

4. Augmented Reality in der Praxis – zwei Beispiele

Dass die Augmented Reality Technik sehr gut dazu geeignet ist, um statische Elemente mit interaktiven Inhalten anzureichern, zeigen Beispiele wie der Erlebnis-Spielplatz der Stadtwerke Menden und das SuperBuch von tigermedia.

Interaktiver Erlebnis-Spielplatz der Stadtwerke Menden

Die Stadtwerke Menden haben im August 2020 ein europaweit einzigartiges Spielplatzkonzept umgesetzt. Der Energieversorger bedient sich der AR-Technologie, um Kindern spielerisch den nachhaltigen Umgang mit Wasser und dessen Aufbereitung zu erklären. Dazu wurde im Stadtzentrum von Menden ein Spielplatz mit Augmented Reality Informationen versehen und verbindet nun reales Spielen mit virtuellem Erleben und digitalem Lernen.
Mehr zum Erlebnis-Spielplatz Menden

Das SuperBuch von tigermedia

Eine Kombination aus Printmedium und Augmented Reality ist das SuperBuch von tigermedia. Die Geschichten aus dem Buch werden gezielt via AR verlängert und das Erlebnis des Lesens damit auf eine neue kreative Art erweitert. Anstatt mit statischen Zeichnungen zu arbeiten, können Autoren nun Tiere und andere Lebewesen, Bauwerke oder Kunst digital animiert zeigen, um dem Leser eine genaue Vorstellung ihrer Idee zu vermitteln. Mehr zum SuperBuch von tigermedia

5. Herausforderungen

Durch den gezielten Einsatz von Augmented Reality lassen sich viele Informationsträger bereits heute wertvoll ergänzen und erweitern. Die komplette Bandbreite der Technologie wird im Anfangsstadium jedoch garantiert noch nicht voll ausgeschöpft werden. Sicherlich wird es eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen, bis sich die Menschen an die neuen Möglichkeiten gewöhnen. Auch das Tragen einer Datenbrille wird vermutlich anfangs eher kritisch betrachtet werden, bis sich das notwendige Vertrauen durchsetzt.

Sie interessieren sich für die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality in Ihrem Unternehmen?
Für ein ausführliches Beratungsgespräch nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!